Schon vor rund 2000 Jahren empfahl der grosse ayurvedische Gelehrte Caraka die tägliche Mundpflege mit Zungenreinigung, Zähneputzen und dem Spülen mit Öl – dem sogenannten Ölziehen (Gandusha oder Kavala Graha). Auch heute noch ist diese einfache Methode ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Gesundheitsvorsorge und wird in Indien sowie weltweit täglich praktiziert.

«Die Mundspülung mit Öl verhindert Trockenheit von Hals und Lippen, schützt die Zähne und kräftigt das Zahnfleisch.»

Caraka Samhita, Sutrasthan 5, 78-80

Warum Mundpflege im Ayurveda so wichtig ist

Die Mundhöhle spielt im Ayurveda eine zentrale Rolle: Über die Schleimhäute können sowohl Nährstoffe als auch Giftstoffe aufgenommen bzw. ausgeschieden werden. Während des Schlafs sammeln sich Stoffwechselrückstände (Ama) auf der Zunge an – oft sichtbar als weisslich-gelber Belag. Das Ziel der ayurvedischen Mundpflege ist es, diesen Belag zu entfernen und die Mundflora zu stärken.

Ein gesunder Mundraum beeinflusst das allgemeine Wohlbefinden. Laut Ayurveda kann regelmässige Mundpflege die Stimme, Gesichtsmuskulatur, Kieferknochen und den Geschmackssinn stärken sowie die allgemeine Gesundheit fördern.

Die drei Säulen der ayurvedischen Mundpflege

Direkt nach dem Aufstehen – noch vor dem Trinken oder Essen – sollte die Zunge mit einem Zungenschaber aus Edelstahl, Kupfer oder versilbertem Metall gereinigt werden. Dabei wird der Schaber mehrmals mit sanftem Druck von hinten nach vorne über die Zunge gezogen, um Ama zu entfernen. Anfangs kann ein leichter Würgreflex auftreten, der mit der Zeit nachlässt.

Nach der Zungenreinigung folgt das Zähneputzen mit einer weichen Bürste und einer natürlichen, ayurvedischen Zahncreme (z. B. Ayurdent classic oder mild) oder mit einem ayurvedischen Zahnpulver. Diese enthalten pflanzliche Wirkstoffe, die das Zahnfleisch pflegen und Entzündungen vorbeugen.

(Auch Gandusha oder Kavala Graha)

Nehmen Sie dazu ca. 1 EL Sesamöl, gereift», Zahnöl Kurkuma, Bio, Gandusha Mundpflegeöl oder Auromère Kräuter-Mundöl in den Mund und ziehen, saugen und pressen es anstrengungslos zwischen den Zahnreihen hindurch. Sie werden bemerken, dass sich das Öl zunehmend mit dem Speichel vermischt und als Emulsion flüssiger, schaumiger und milchig wird. Nach 5 bis 10 Minuten (die Sie für weitere, kleinere Aktivitäten wie Balancierübungen auf einem Bein oder eine kurze Dusche nützen dürfen), spucken Sie das Öl-Speichel-Gemisch in ein vorbereitetes doppeltes Haushaltpapier aus (wegen Verstopfungsgefahr nie ins Lavabo!) und entsorgen es im Abfall. Anschliessend spülen Sie den Mund mit warmem Wasser aus.

Empfohlene Reihenfolge, Menge, Dauer und Qualität des Ölziehen

Maharishi Ayurveda empfiehlt die oben beschriebene Reihenfolge, da dadurch ein feiner, schützender Ölfilm im Mundraum zurückbleibt, der mit anschliessendem Zähneputzen wieder entfernt würde. Auch zu der empfohlenen Menge des Öls finden sich in Büchern und Blogs unterschiedliche Angaben. Machen Sie sich keine Gedanken, ob nun ein Teelöffel oder zwei Esslöffel Öl angemessen sind. Sollten Sie anfangs unter einem Würgereflex leiden, beginnen Sie mit einer kleinen Menge Öl, die sich zusammen mit dem austretenden Speichel im Mund ja stetig vergrössert.

Auch zur Dauer des Ölziehens gibt es unterschiedliche Angaben. 5 bis 10 Minuten sind angemessen. Wenn Sie Gandusha länger durchführen möchten, allenfalls das Öl nach 10 Minuten wechseln. Folgen Sie auch hier Ihrer Befindlichkeit.

Gereiftes (thermisch aufbereitetes) Sesamöl oder mit spezifischen Kräutern, Gewürzen und Aromaölen angereicherte Basisöle werden vom Ayurveda besonders empfohlen. Aus anderen Quellen kennt man auch Sonnenblumen-, Oliven-, oder Kokosöl für das Ölziehen. Wichtig ist jedoch eine kontrollierte Bio-Qualität.

Warum Ölziehen so effektiv ist

Öl hat die Fähigkeit, tief in Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen einzudringen. Es kann dort Bakterien und deren Abfallprodukte binden und ausleiten. Insbesondere Sesamöl wirkt antibakteriell, antiviral und fungizid. Es unterstützt das Zahnfleisch, beugt Mundgeruch und Zahnfleischbluten vor, und hilft, Zahnbeläge zu reduzieren. Darüber hinaus macht es die Schleimhäute geschmeidig und stärkt deren natürliche Schutzfunktion.

Moderne Studien – z. B. an der Kieler Zahnklinik – haben die entzündungshemmende Wirkung von Ölanwendungen im Mundraum bestätigt.

Extra-Tipps aus dem Ayurveda

  • Kauen von Gewürzen wie Fenchel, Anis, Kardamom oder Nelken nach dem Essen erfrischt den Atem und unterstützt die Verdauung.
  • Ölziehen während der Dusche spart morgens Zeit (nur auf das Singen müssen Sie verzichten 😉).

Welches Produkt wähle ich?

Zahnöl Kurkuma, Bio

  • für frischen Atem in Mund & Rachen
  • mit dem Öl der Waschnuss
  • mit Kurkuma & Xylit
  • wertvolle Pflanzenessenzen

Gandusha Mundpflegeöl Triphala & Tulsi

  • auf Basis von Sesamöl
  • mit Triphala-Extrakten
  • mit Süssholz- & Tulsi-Extrakten

Auromère Kräuter-Mundöl

  • mit hochwertigen Aromaölen
  • mild & alkoholfrei
  • Frische für den ganzen Tag
  • auch für Kinder geeignet