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Produkt des Jahres: Amrit Kalash
Der Klassiker: Vata Tee, Bio
Für Ihr Verdauungsfeuer: Agni Queen, Bio
Ayurvedisches Highlight: Eisen Rasayana
Erfrischende Hautpflege: Pflegecreme Pitta
Naturheilpraktikerin mit eidg. Diplom in Ayurveda Medizin
(Dies ist der 1. Teil. Hier geht es zum 2. Teil)
AyurVeda AG: Die Anforderungen an den Menschen sind heute ausserordentlich hoch, Stress und Burnout sind zu einer grossen gesundheitlichen Gefahr geworden. Kennt das älteste Gesundheitssystem der Welt das moderne Phänomen «Stress» überhaupt?
Tamara Köhler: Es ist sicher korrekt, dass wir durch die technische Entwicklung eine sehr grosse Beschleunigung erfahren haben und dass eine zunehmende Belastung durch Elektrosmog und Umweltgifte besteht. Tatsächlich dauern meine heutigen Beratungen im Vergleich zu früher wesentlich länger, da die mentale und emotionale Belastung bei vielen Menschen stark zugenommen hat. Aus ayurvedischer Sicht können wir sagen, dass die gesamte Atmosphäre in der heutigen Zeit von den Doshas Vata und Pitta durchdrungen ist. Dies zeigt sich übrigens auch im Klima: In den letzten Jahren haben Bise, Westwind und Föhn immer stärker zugenommen, und weltweit beobachten wir eine Ausbreitung von Waldbränden. (Anmerkung: Wind ist ein Ausdruck des Vata Doshas, Feuer ist das Hauptelement des Pitta Doshas.)
Tatsächlich ist der Grund für unsere Probleme nicht nur in den äusseren Umständen zu suchen. Stress ist nichts, das von aussen kommt. Stress ist vielmehr etwas, das in unserem Inneren stattfindet, das aufgrund unserer Interpretation «des Aussen» entsteht. Wenn wir «das Aussen» als überfordernd erleben, wir das Gefühl haben, allem gerecht werden zu müssen, oder wenn wir unseren Wert hauptsächlich über unsere Leistung definieren, dann fallen wir schnell in einen Zustand, den der Mediziner die «Flucht-Kampf-Achse» nennt. Diesen Zustand bezeichnen wir als «negativen Stress». Es ist demnach nicht «das Aussen», das zu Stress führt, sondern unsere unbewusste Interpretation der äusseren Situation.
Menschen mit viel Vata reagieren hauptsächlich mit Ängsten und Sorgen auf Veränderungen. Menschen mit viel Pitta haben meist hohe Erwartungen an sich selbst und ihr Umfeld. Dadurch belasten sie ihr Nervensystem und verlieren viel Energie. Je anspruchsvoller die Lebensumstände sind, desto schneller verfallen diese Menschen in Vata und Pitta Ungleichgewichte. Und dies wiederum erhöht das Risiko, in einer Erschöpfungsdepression (Burnout) zu enden.
Die Frage, ob Ayurveda das Phänomen Stress überhaupt kennt, kann ich mit Ja beantwortet werden. Die «Flucht-Kampf Achse» oder „Vata-Pitta Störung“ existierte bereits vor Tausenden von Jahren. Nur war der Stressor – der Stress auslösende Anlass – eher eine offensichtliche Gefahr wie ein angreifender Bär oder eine Naturkatastrophe. Heute sind die auslösenden Umstände sehr viel weniger fassbar; es handelt sich bei Stressfaktoren eher um Mobbing, Zeitdruck oder den Kampf um Status und Anerkennung.
AyurVeda AG: Wie äussert sich Stress beim Menschen? Gibt es dabei Unterschiede bezüglich der Dosha Typen Vata, Pitta und Kapha?
Tamara Köhler: Menschen mit viel Vata Anteilen sind durchlässiger, instabiler und schneller durch äussere Umstände beeinflussbar. Sie müssen ganz besonders darauf achten, genügend Ruhe, Regelmässigkeit und Ausgleich im Alltag zu finden, um mit den Herausforderungen des Lebens zurecht zu kommen. Um stabil zu bleiben, ist es für Vata Menschen essentiell, ihr Leben durch das Einhalten von Routinen zu strukturieren.
Bei Pitta Konstitutionen oder Personen mit Pitta Ungleichgewichten im Nervensystem liegt das Problem eher darin, dass sie mit Zeitdruck, Fehlern oder Einschränkungen schlecht umgehen können und gereizt reagieren. Sie müssen lernen, Situationen zu akzeptieren und nicht nur zielorientiert zu funktionieren.
Kapha Konstitutionen bleiben auch bei widrigen Umständen lange stabil. Allerdings begegnen sie schwierigen Situationen oft mit Gleichgültigkeit und Trägheit, was dazu führt, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Bei Kapha Konstitutionen ist auch zu beobachten, dass sie bei Stress mehr essen, was zu Gewichtszunahme führt.
AyurVeda AG: Es gibt Menschen, die mit Unsicherheiten, Veränderungen, belastenden Erlebnissen und Traumata offensichtlich besser zurechtkommen als andere. Gibt es dafür eine ayurvedische Erklärung?
Tamara Köhler: Ein Ereignis ist ein äusserer Umstand, der für alle Beteiligten grundsätzlich derselbe ist. Das Erleben dieses Ereignisses ist ein Gefühl oder eine Emotion, welche im Innern stattfindet. Das Erleben und Verarbeiten dieses Ereignisses ist für jeden Menschen jedoch individuell und abhängig davon, wieviel Kraft er aufbringen kann, das Erlebte zu transformieren, um letztlich unbeschadet aber verändert (gestärkt) daraus hervorzugehen.
Wie gut man ein Erlebnis verarbeiten kann, hat viel damit zu tun, wie erfolgreich man bereits früher schwierige Situationen gemeistert hat. Auch spielt es eine zentrale Rolle, ob man Umstände als positive Herausforderungen im Leben sieht oder sie als Lebenskampf interpretiert. Die Akzeptanz einer Situation und die Fähigkeit, das Beste daraus zu machen, gibt uns Kraft. Der Kampf gegen die Situation und das Hadern damit führen zu einem destruktiven Verhalten, was mit vielen Emotionen verbunden ist und schlussendlich zu einer Erschöpfung führen kann.
Menschen mit einem ausgeprägten Vata Dosha laufen häufig vor Situationen weg, indem sie sich ständig beschäftigen und dadurch ablenken.
Menschen mit Pitta Dosha suchen und lieben Herausforderungen, tendieren aber auch dazu, rebellisch oder mit übermässiger Aggression zu reagieren, wenn ihnen etwas nicht passt; anstatt ihre Kraft konstruktiv und zielführend zu lenken.
Kapha Konstitutionen verfallen in herausfordernden Situationen eher in Trübsal oder Selbstmitleid. Idealer wäre es, ihre natürliche Stabilität und ihre Fähigkeit, Mitgefühl zu zeigen, helfend einzusetzen.
AyurVeda AG: Empfehlen Sie Ihren Klientinnen und Klienten spezifische ayurvedische Präparate, die helfen, Stress abzubauen?
Tamara Köhler: Man muss verstehen, dass das Wort Stress eigentlich eine Umschreibung emotionaler Belastungen ist. Der Körper produziert in herausfordernden Situationen freie Radikale Psycho- und Stoffwechseltoxine, weil wir emotional nicht damit umgehen können (und nicht, weil uns der Chef Druck macht). Die Wut auf den Chef oder die Angst vor dem Jobverlust führen zu einer grossen Anspannung. Eine Kaskade von Molekülen, die den Körper belasten, wird nun ausgeschüttet. Als Folge kommen die Doshas in ein Ungleichgewicht und beeinflussen unseren Schlaf, unsere Verdauung und schliesslich auch unser Immunsystem.
Daher ist es nicht möglich, mit Präparaten oder Gesundheitsprodukten Stress abzubauen. Dies können wir nur erreichen, indem wir einen anderen Umgang mit uns selbst und dem Leben finden, täglich meditieren oder Atemtechniken ausüben.
Mit den ayurvedischen Heilmitteln und Nahrungsergänzungen können wir Toxine (z.B. freie Radikale) ausleiten, die Doshas beruhigen oder das Nerven- und Immunsystem stärken.
Vata-Balance und Ashwagandha setze ich erfolgreich bei einem – von viel Vata dominierten – sorgenvollen Geist ein, Amrit Kalash (MA4 und MA5) stärken das Immunsystem, Brahmi unterstützt die Konzentration und Kapha-Balance führt zu mehr Leichtigkeit bei Depressionen.
Das war der erste Teil des Interviews mit Tamara Köhler. Hier geht es zum zweiten Teil.