Zingiber officinale (Latein)
Ingwer (Deutsch)
Ardrak (frischer Ingwer) (
Sanskrit)
Sunthi (getrockneter Ingwer) (
Sanskrit)

Kaum ein Gewürz hat in den letzten Jahren so sehr an Beliebtheit gewonnen wie der Ingwer. Besonders die frischen Ingwerknollen, die heute ganz selbstverständlich neben Kokosnüssen, Avocados und exotischen Früchten im Supermarkt oder auf Gemüsemärkten angeboten werden, halten Einzug in der kreativen und gesunden Küche. Aromatisch-scharfes Ingwerwasser gilt zunehmend als wirkungsvolles Mittel zur Erkältungsprophylaxe. Auch bei der Neigung zu Reisekrankheit hat sich der Ingwer zu einem Geheimtipp entwickelt.

Das breite Anwendungsspektrum des frischen oder getrockneten Ingwers ist im Ayurveda schon seit Jahrtausenden bekannt. Daher ist er auch in vielen Komplexpräparaten enthalten.

Auch in Europa wurde Zingiber officinale schon im frühen Mittelalter als Gewürz und Heilmittel geschätzt. Heimisch in den tropischen Ländern Südostasiens, wird er heute weltweit angebaut und als getrocknetes Pulver, frische Wurzel oder in Lebensmitteln verarbeitet, verwendet. Erste innovativeProduzenten bieten heute sogar frischen Ingwer aus Schweizer Anbau an.

Der Ingwer ist eine mehrjährige Pflanze mit einem kriechenden dicken, knolligen Wurzelstock. Jedes Frühjahr wächst daraus ein schilfartiger Stängel bis zu 1,5 Meter hoch und zieht sich im Herbst wieder dahin zurück. Dies ist der Zeitpunkt um die Knollen zu ernten. Die exotisch anmutende gelbe oder weisse Blüte entsteht direkt aus der Wurzel. Ingwer lässt sich auch leicht in Töpfe mit sandiger Erde pflanzen um die Wurzel selber zu vermehren.

Das Rhizom wird in der Ayurvedamedizin frisch als Wurzelbrei oder getrocknet als Pulver verwendet.

Ayurvedische Eigenschaften (Bezogen auf das getrocknete Rhizom):

Geschmack (Rasa): scharf

Eigenschaft (Guna): leicht, ölig (getrocknete Wurzel), schwer, trocken, scharf (frische Wurzel)

Wirkkraft (Virya): erhitzend

Geschmack nach Verdauung (Vipaka): süss (getrocknete Wurzel), scharf (frische Wurzel)

Sonderwirkung ( Prabhava ): aphrodisierend

Mentale & spirituelle Wirkung (Sattva, Rajas, Tamas): vermehrt Sattva

Feinste Lebensenergie: vermehrt Ojas

Stoffwechselenergie: entfacht Agni

Wirkung auf die Doshas: beruhigt Vata und reduziert Kapha (ohne Pitta zu erhöhen)

Quellen: Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012
Zoller/Nordwig: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, Narayana Verlag, 1997